Online PokerVon Tulpen & und Chipwurst (Insiderwissen nötig)
Endlich mal wieder Live Poker! Nachdem es in der letzten Zeit nicht mit einem Termin geklappt hatte, fanden wir uns diesmal zu fünft für eine unterhaltsame Pokerpartie zusammen. Bevor Block eintraf wurde zum Aufwärmen erst einmal eine erste Runde gespielt. Hier zeigten alle Spieler eine doch sehr erhöhte Bereitschaft für All-Ins und riskante Calls, was jedoch sehr zum Entertainment beitrug. Höhepunkt: Straight Flush knackt zwei Asse im Showdown. Am Ende siegte Newman deutlich und als Block zur Runde stieß, ging es in den "Main Event" mit 1.900 € in Chips.
Direkt in den ersten Händen erwischte ich die Nuts mit Ace High Flush und wurde von Block gut ausbezahlt. "Das fängt ja gut an" dachte ich mir und stellte mich - optimistisch wie ich bin - auf einen guten Lauf und gute Karten ein. Das hatte anscheinend der POkermathematiker himself gehört und in der ersten Stunde hatte ich nicht ein einziges Bild in den Hole Cards. Und wenn ich dann mal halbwegs vernünftige Karten bekam, zwangen mich die Aktionen vor mir regelmäßig zum Folden.
Geduld ist eine Tugend
Nun ist eine Grundregel bei Hold'em: Winning by folding! Diese Regel einzuhalten ist ziemlich einfach und selbst der dümmste Depp schafft das. Der entscheidende Nachteil dieser Spielweise ist die Passivität. Es ist ziemlich langweilig die Karten die ganze Zeit unter Berücksichtigung der aerodynamischen Verhältnisse in den Muck zu werfen. So bleibt einem nur die Beobachtung der Gegner und deren Spielverhalten. Immerhin darin war ich ziemlich gut und hatte besonders auf Newman und 3MBit gute Reads, die mich vor teuren Fehlentscheidungen bewahrt haben.Nach ca. 89 Minuten (89 Minuten, nicht 90) traf ich auf dem Flop einen Straight Flush Draw. Ein Blick in meinen Stack zeigte mir, das ich knapp unter Startkapital lag. Also entweder Gas oder raus. Meine Chance die Hand zu verbessern lag bei über 50% - also Feuer frei. Ich geriet mit Qlee jedoch aneinander, der mir bis zum River ca. die Hälfte meiner Chips abnehmen konnte. Na klasse! Mit knapp 900 € Rest sah das nicht besonders gut aus. Newman war deutlicher Chip Leader vor 3MBit und ich musste mir meine Spots gezielt wählen. Zweimal konnte ich mit hohen Raises die Blinds kassieren, dann fand ich Pocket 8s. Alles oder nichts - ich gehe vor dem Flop All-In und finde zwei Caller: Block mit JT und Newman mit AJ. Schöner Mist, denn ich wollte maximal einen Gegner haben. Doch wider Erwarten halten meine Achter und ich kann verdreifachen.
Back in business
Von hier an wurde es doch heftig am Tisch. Die Pots wurden größer und wanderten hauptsächlich zwischen Qlee, Newman und 3MBit hin und her. Ich geriet mit 3MBit aneinander und verlor erneut meinen halben Stack gegen eine Runner-Runner-Straight auf dem River. Dieser Verlust war entscheidend für meine Strategie: Hohe Raises und All-Ins gaben mir die einzige Möglichkeit, gezielt die Blinds und damit zumindest etwas zu gewinnen. Langsam aber sicher konnte ich meinen Kontostand wieder etwas aufpeppeln und mich beim Durchschnitt einpendeln.
Nach ca. 2 1/2 Stunden verkleinerte sich die Runde. Als Erster scheidet 3MBit aus. Newman und Qlee liegen deutlich vorne und Block und ich müssen kämpfen. Am Ende geht es schnell: Block scheidet kurz darauf aus dem Spiel aus und Qlee nimmt Newman in 5 Händen seinen ganzen Stack ab. Heads-Up gegen Qlee also und wirkliche Chancen rechne ich mir nicht aus. Der Rückstand ist ungefähr 1:4 an Chips. Wie so oft gerate ich bei diesen Short Handed Spielen mit einem Rückstand ins Heads Up. Zumindest kommt es mir so vor; wahrscheinlich gehe ich genaus so oft mit Vorsprung ins Heads Up.
Das Ende kommt schnell und wie befürchtet: Qlee gewinnt mit Two Pair gegen mein Paar Zehner und sichert sich den Sieg. Ob es an den Tulpen gelegen hat? Damit war Qlee nahezu unberechenbar - hatte aber auch wirklich gut gespielt und das nötige Quentchen Glück gehabt.
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